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Swiss TPH

Swiss Public Health Conference 2013
15. - 16. August 2013 • Zürich

Vorsorgen und Versorgen bei chronischen
Krankheiten: Wer macht was mit wem?

Konferenzthema

Die nächste Swiss Public Health Conference wird am 15. und 16. August 2013 an der Universität Zürich stattfinden und ist dem Thema “Vorsorgen und Versorgen bei chronischen Krankheiten: Wer macht was mit wem?” gewidmet. Public Health Schweiz organisiert die Konferenz gemeinsam mit dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich (ISPMZ).

Der Umgang mit chronischen Krankheiten stellt das Gesundheitssystem vor grosse Herausforderungen. Insbesondere zeigt sich, dass die Prävention und Behandlung von chronischen Krankheiten weder durch die medizinische oder nicht-medizinische Grundversorgung noch durch Public Health-Behörden und -Organisationen alleine erbracht werden können. Vielmehr werden sie zur Verbundaufgabe über einzelne Fachgebiete hinaus werden. Public Health Schweiz und das ISPM Zürich rücken dieses Erfordernis verstärkter Zusammenarbeit in den Mittelpunkt der Swiss Public Health Conference 2013: Diskutiert werden sollen fachbereichsübergreifende Kollaborationen in der (a) Vorsorge und in der (b) Versorgung sowie in der (c) Forschung und in der (d) Politik. Ein besonderes Augenmerk richtet die Konferenz dabei auch auf die Wahrnehmung von Public Health in Politik und Öffentlichkeit.

  1. Vorsorge von chronischen Krankheiten

    Prävention chronischer Krankheiten steht häufig im Spannungsfeld unterschiedlicher und teilweise gegensätzlicher Interessen: Grundversorger haben einen anderen Blickwinkel als Versicherer und Gesundheitsbehörden und diese wiederum einen anderen Blickwinkel auf die Vorsorge als beispielsweise Patientinnen und Patienten. Dieses Spannungsfeld und die Zusammenarbeiten unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Perspektiven bilden einen Schwerpunkt der Konferenz. Präsentiert und diskutiert werden Projekte über erfolgreiche und nicht erfolgreiche bzw. fehlende Zusammenarbeit, wobei insbesondere auch psychische Erkrankungen sowie der Kinder- und Jugendbereich zur Debatte stehen.

  2. Versorgung von Menschen mit chronischen Krankheiten

    Die Ressourcen für die Versorgung von Menschen, die mit chronischen Krankheiten leben, sind schon heute knapp. Dieses Problem wird sich weiter akzentuieren, wenn auf der einen Seite die Anzahl chronisch Kranker weiter zu-, auf der anderen Seite die Zahl der Grundversorgerinnen und -versorger, die sich um diese chronisch Kranken kümmert, aber laufend abnimmt. Anhand von konkreten Projekten aus dem In- und Ausland wird an der Konferenz aufgezeigt, mit welchen Strategien und Massnahmen der steigende Bedarf und die komplexer werdenden Versorgungssituationen aufgefangen werden können. Dabei soll insbesondere auch der Frage nachgegangen werden, welche Bedürfnisse und Erwartungen auf Seiten der Patientinnen und Patienten bestehen.

  3. Innovative Forschungsansätze und die Nutzung persönlicher Alltagsdaten

    Gesundheitsrelevante persönliche Alltagsdaten (sog. „Real Life-Daten“) sind für die Steuerung des Gesundheitssystems unerlässlich. Doch gute Daten lassen sich nur durch eine systematische Erhebung und eine effiziente Zusammenarbeit verschiedenster Akteure gewinnen: zwischen Anbietern der Grundversorgung, Forschenden, Patientinnen und Patienten und der Bevölkerung. Die Datenerhebung steht dabei typischerweise im Spannungsfeld zwischen dem wissenschaftlichen Interesse und dem rechtsstaatlichen Interesse an einem hinreichenden Datenschutz. Präsentiert und diskutiert werden an der Konferenz erfolgreiche und weniger erfolgreiche Forschungszusammenarbeiten sowie die Frage, unter welchen Voraussetzungen gemeinsame Forschungsprojekte gelingen können. Zur Diskussion stehen insbesondere Forschungsansätze, die auf innovative Weise gesundheitsrelevante Real Life-Daten nutzen.

  4. Public Health in der Politik und ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit
    Politik, Gesundheitsbehörden aber auch die Wirtschaft und die Versicherer leisten einen massgeblichen Beitrag für die Vorsorge und Versorgung chronischer Krankheiten und spielen eine wichtige Rolle bei der Steuerung des Gesundheitssystems. Dabei stellen sich mit Blick auf das Konferenzthema zentrale Fragen: Mit welchen Strategien begegnet die Politik der sich abzeichnenden Verknappung personeller Ressourcen in der Grundversorgung? Wie reagiert sie auf den Bedarf an vermehrter Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Berufsgruppen und den Zweigen der Vorsorge und der Versorgung? Wohin steuert die Gesetzgebung in Sachen Früherkennung oder Registern? Festzustellen ist im Kontext politischer Debatten zudem, dass die Diskussionen gerade im Bereich der Vorsorge stark geprägt sind von einem negativen Image von Public Health-Massnahmen. Zur Diskussion steht deshalb auch die Frage, wie sich die Vermittlung und damit auch die politische und öffentliche Akzeptanz gesundheitsvorsorglicher Massnahmen in der Schweiz verbessern lässt.